Bulgarien

Medien in Bulgarien

Mediensystem

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit
  • öffentlich-rechtliche Sender sollen informieren, bilden und unterhalten
  • mindestens zehn Prozent des jährlichen Budget des BNF müssen für die Entwicklung des BG Kinos und der BG Filme ausgegeben werden

Seit September 2009 wird verstärkt über die Schaffung von einem einheitlichen Register der Medieneigentümer gesprochen. Die Öffentlichkeit erhofft sich dadurch Klarheit über den politischen und wirtschaftlichen Druck, der auf die Medien ausgeübt wird.

Werberichtlinien

  • öffentlich-rechtliche Sender (BNF) dürfen 15 Minuten pro Tag Werbung senden bzw. 4 Minuten pro Stunde
  • BNR darf 6 Minuten Werbung pro Stunde senden
  • private Sender dürfen bis zu zwölf Minuten pro Stunde werben
  • Werbung für Zigaretten ist verboten
  • Kontrolle: Rat für elektronische Medien (REM)

Finanzierung der Sender

  • öffentlich-rechtliche Sender: vom staatlichen Haushalt sowie durch Werbung. Seit Ende 2015 gibt es den Fond „Radio und Fernsehen“ nicht mehr.
  • private Sender: Finanzierung aus Werbeeinnahmen

Mediennutzung

  • Elektronische Medien: BNF und BNR, starker Einfluss im Fernseh- und Hörfunkbereich
  • Printmedien: Marktführer Trud und 24 Tschassa
  • Nutzung als Informationsquelle: 73 Prozent Fernsehen, 43 Prozent Hörfunk, 40 Prozent Tageszeitungen

Politischer Einfluss

  • besonders stark bei staatlich subventionierten Medien
  • Großteil der gesamten Berichterstattung besteht aus kritischen Meldungen
  • politische Färbung der privaten Medien je nach Einstellung der Finanzgruppe

Rundfunksystem

Zu den öffentlich-rechtlichen Sendern gehören das Bulgarische Nationalfernsehen (BNF) und der bulgarische Nationalhörfunk (BNR). Die öffentlich-rechtlichen Sender (BNF und BNR) müssen einen Gesellschaftsauftrag erfüllen. Ihr Hauptziel besteht darin, die Bevölkerung zu informieren, zu bilden und zu unterhalten. Die privaten Medien tun das Gleiche, aber sie orientieren sich am wirtschaftlichen Gewinn.

Neben den universalen Sendern strahlen auch verschiedene Spartenkanäle ihr Programm aus: der Musiksender MM (analog zu MTV), der Sportkanal RTV, Diema + - ein Kanal für Hollywoodfilme, Sport und Pop-Volksmusik, der Modekanal Fashion Visages usw. Seit dem 7. Januar 2003 überträgt sogar das Militär sein eigenes Programm. Im Oktober 2000 erhielt Darik Radio die Lizenz für das erste nationale Privatradio.

Im Allgemeinen ist das Programmangebot der bulgarischen Fernsehsender bunt und vielfältig. Obwohl große Unterschiede zwischen den nationalen und den lokalen Sendern, zwischen den öffentlichen und privaten Anbietern existieren, konnten auch gemeinsame Trends festgestellt werden: Bei allen privaten Sendern dominieren massenattraktive Angebote: Fiction (Serien, inklusive Endlos-Seifenopern aus Lateinamerik, billige Hollywood-Produktionen und fast täglich werden beliebte türkische Serien ausgestrahlt), Unterhaltung (Reality-Shows, Quizsendungen und Musiksendungen) und Sport. Dabei berichten die Privaten nur selten über Kultur und Bildung und wenn sie berichten, dann sind diese Themen am Ende der Nachrichtensendung - Das bedeutet, dass sie nicht als wichtig für die Gesellschaft erachtet werden. Bei den privaten Anstalten ist das Nachrichtenangebot, inklusive der politischen Berichterstattung, immer noch relativ umfangreich, obwohl das Agenda Setting der Nachrichten stark vom Sensationsjournalismus und human interest-Stories geprägt ist. Alle Fernsehsender zeigen eine starke Tendenz zur Personalisierung und Skandalisierung bei der Auswahl und Präsentation von politischen Ereignissen. Zu bemerken ist, dass diese Trends ihrerseits immer größeren Einfluss auf die politische Kommunikation im Land ausüben und Voraussetzung zur Anpassung der politischen Akteure an die Regeln des Mediensystems sind.

BTV hat sich in kurzer Zeit als einer der führenden TV-Sender etabliert. Der Sender profilierte sich gegenüber dem öffentlichen BNT primär über massenattraktive Formate. Die Talkshow Schouto na Slawi (Die Show von Slawi) hat sich als die populärste Sendung aller bulgarischen Fernsehsender erwiesen. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Popballett, Band-Veranstaltungen, Gesangseinlagen, politischen Parodien und Interviews mit prominenten Personen des Landes und internationalen Gästen. Trotz ihres Unterhaltungscharakters übt die Show großen Einfluss auf den Prozess der öffentlichen Meinungsbildung ausIm 2016 ist der Show gelungen genug Unterschriften zu sammeln für die Durchführung einer Volksabstimmung über die Einführung vom direktem Wahlsystem statt des heutigen proporzionellen System, sowie über elektronischen und obligatorischen Wahlen. Die Mehrheit hat zugestimmt, aber die Wahlbeteiligung war nicht genug, um den Parlament zu zwingen, eine entsprechende Legislatur zu entwerfen. Nichtsdestotrotz haben die Abgeordneten eine Wahlsystemreform überlegt. In 2017 hat Slawi Trifonow angekündigt, dass er in die Politik einsteigt und dass er auf der Suche nach würdigen Politikern ist.

Die Sendungen mit der höchsten Einschaltquote auf Nova TV sind verschiede Reality-Sendungen, sowie „Hallo, Bulgarien“ - eine tägliche Morgensendung von 6:55 bis 9:00 Uhr,

Seit dem 30. September gibt es keine analoge Ausstrahlung mehr in Bulgarien, es wurde bereits alles digitalisiert. Über diese Änderung wurden die Menschen seit einem Jahr informiert, aber die Vorbereitung darauf war sehr schlecht. Nun können über 100.000 Menschen kein Fernsehen empfangen. Es gibt Orte in Bulgarien, die kein Signal haben, trotzdem haben die Leute spezielle Receiver für den digitalen Empfang gekauft.

Seit zwei Jahren gibt es in Bulgarien zwei neue TV Kanale: BNT 2 und TV News. Der bulgarische öffentlich-rechtliche Fernsehsender BNT 2 bietet eine Kombination aus fünf regionalen Kanälen in fünf großen Städten an. Das Ziel von TV News besteht darin fünf oder sechs Nachrichtensendungen pro Tag auszustrahlen. Aber die Zukunft dieser beiden Kanäle ist derzeit ungewiss. Änderungen stehen bevor.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Reguläre gesetzliche Rahmenordnungen für das Fernsehen in Bulgarien wurden erst 1996 eingeführt, als bei den Sozialisten unter Führung von Zhan Videnov das erste Rundfunkgesetz in Kraft trat. Das Gesetz wurde unter dem Druck der Europäischen Union verabschiedet. Darin wurde u.a. festgelegt, dass ein Nationaler Rat für das öffentliche (zu jener Zeit immer rein staatliche) Radio und Fernsehen gegründet werden sollte. Sieben seiner Mitglieder sollten vom Parlament, zwei vom Ministerpräsidenten und weitere zwei vom Staatspräsidenten vorgeschlagen werden, um für ein Mandat von sechs Jahren gewählt zu werden.

Zurzeit sind für alle Medien in Bulgarien, gemäß des Gesetzes für Hörfunk und Fernsehen, die Prinzipien der Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit gültig. Es gibt keine Zensur egal in welcher Form. Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender dürfen solche Sendungen aufnehmen, die informieren, bilden und unterhalten. Sie müssen auch einen Zugang aller Zuschauer zum nationalen und europäischen, kulturellen Erbe sichern. Private Sender dürfen alles ausstrahlen, was dem Gesetz nicht widerspricht.

Bei BNF gibt es Nachrichten in türkischer Sprache für die türkische Minderheit in Bulgarien. Sie sind jeden Tag um 16:10 Uhr zu sehen und dauern 15 Minuten.

Seit August 2017 ist Konstantin Kamenarov der neue Intendant des BNF. Seine Kariere in den Medien ist vor allem gerade mit BNF verbunden.

Medienpolitik

In Bulgarien existieren Begrenzungen für die Werbung in den öffentlich-rechtlichen Medien. Bei BNF wird bis 15 Minuten pro Tag und vier Minuten pro Stunde geworben, bei BNR bis sechs Minuten pro Stunde. Die privaten Anbieter können nicht mehr als zwölf Minuten pro Stunde Werbung ausstrahlen. Werbung für Zigaretten ist verboten. Bei Sendungen, die weniger als 45 Minuten dauern, ist eine Werbung nach den ersten 20 Minuten möglich. Die Kontrolle über diese und andere Beschränkungen verwirklicht der Rat für elektronische Medien (REM). Er existiert seit dem 26. November 2001 und ersetzt den Nationalen Rat für Radio und Fernsehen, der die ehemalige Institution für Medien war. Es ist die wichtigste Institution für alle Medien in Bulgarien. Der Rat ist ein unabhängiges Organ, der eine Kontrolle über Medienprodukte ausübt. Diese Kontrolle umfasst die Länge der ausgestrahlten Werbung, Aufsicht über die Pluralität und die Unabhängigkeit sowie das Einhalten der Moral- und Normwerte. Der Rat stellt Lizenzen für Radio- und Fernsehtätigkeit aus. Seine Mitglieder werden vom Parlament (fünf Personen) gewählt und vom Staatspräsidenten (vier Personen) ernannt. Der Rat wählt und entlässt die Generaldirektoren von BNF und BNR. Hauptaufgaben des Medienrats sind auch die Erteilung der Lizenzen der Privaten Sender, Monitoring der Sendungen und Aufsicht über Pluralität und Unabhängigkeit. Im Parlament der Bulgarischen Republik arbeitet eine Ständige Kommission für Medien. Die Kommission erörtert die Gesetze, die im Parlament behandelt werden und sich auf den Medienbereich beziehen.


Öffentlich-rechtliche Sender

Fernsehen

  • BNT
    Das bulgarische nationale Fernsehen (gegründet 1959) wird vom Staat finanziert. Programme: BNT 1, BNT 2, BNT HD und BNT World
  • BNT2
    Am 16.11.2011 wurden die regionale Programme BNT Pirin, BNR More, BNT Plovdiv und BNT Sever vereinigt.

Radio

  • BNR hat drei nationale Programme:
  • Horizont ist ein 24-stündiges Informations- und Musikprogramm
  • Hristo Botev ist zuständig für Kultur und Bildung
  • Radio Bulgarien ist der Auslandsdienst von BNR
  • Heute berichtet Radio Bulgarien mit Nachrichten, Materialien und Programmen aus und für Bulgarien in elf Sprachen: Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Russisch, Serbisch, Spanisch und Türkisch. Seit dem 1. Februar 2012 hat Radio Bulgarien die Kurzwellensendungen eingestellt. Im Moment gibt es Radiosendungen in MW und UKW nur in türkischer Sprache, die an die türkischsprachige Bevölkerung in Bulgarien gerichtet sind. Die Programme in all den Sprachen können via Internet durch Podcasts gehört werden. Nachrichten, Informationen und Podcasts sind erreichbar über die Internetseite von Radio Bulgarien, die seit 2004 existiert. Vor ein paar Jahren hat Radio Bulgarien auch ein eigenes monatliches Magazin entwickelt, dessen Inhalt momentan nur in englischer Sprache verfügbar ist.
  • Am 07. Juli 2007 wurde das jüngste Regionalprogramm von BNR – Radio Sofia – gegründet, 2012 das BNR-Online-Radio Binar.

Agentur

  • Bulgarische Telegrafenagentur (BTA, 1898 gegründet)

Private Sender

Fernsehen

  • BTV
    bTV ist das erste private Fernsehen mit nationaler Verbreitung in Bulgarien.

    Der Sender begann im Jahr 2000 zu senden und hat die höchsten Einschaltquoten auf dem Markt. 2000-2010 war bTV zu 100 Prozent im Besitz der Rupert Murdoch’s News Corporation. Anfang Juli 2008 gab News Corporation bekannt, seine Fernsehsender in Osteuropa verkaufen zu wollen. Einige Monate später hat die australische News Corporation über den Verkauf von 55 Prozent von BTV verhandelt. Ein Geschäft mir der amerikanischen Mediengesellschaft Central European Media Enterprises (CME) von Ronald Lauder wurde im Jahr 2010 verkündet. Central European Media Enterprises (CME) haben einen gewissen Platz in Mittel- und Osteuropa . CME ist von Ronald Lauder im Jahr 1994 gegründet worden. Er ist der Besitzer von TV Nova, Nova Sport, Nova Cinema und MTV in Tschechien, PRO TV, PRO TV International, ACASA, PRO CINEMA, Sport.ro und MTV Romania in Rumänien, TV Markiza, Nova Sport, Television Doma und MTV in der Slovakei, POP TV, Kanal A und TV Pika in Slowenien, NOVA TV in Kroatien, bTV, bTV Action, bTV Comedy, bTV Cinema, bTV Lady, RING.BG, bTV Radio Group und bTV Web in Bulgarien, sowie MediaPro Entertainment.
  • Nova TV
    Nova TV ist das zweite private landesweite Fernsehen in Bulgarien, gegründet im Jahr 1994. BNT, BTV und Nova TV sind zusammen die größten Fernsehstationen in Bulgarien. Seit dem 30. Juli 2008 ist die skandinavische Mediengruppe Modern Times Group (MTG) offizieller Besitzer der bulgarischen NOVA TV. MTG hat den Sender von der griechischen Gesellschaft Antena Group für 620 Millionen Euro erworben. Berater bei dem Geschäft war der Investmentfond JP Morgan. Erst im August 2009 bekam MTG auch grünes Licht vom staatlichen Wettbewerbsausschuss. Seitdem ist auch der neue Besitz in einer Gesellschaft, die den Namen der größten Media Group trägt - Nova TV (bis dahin waren es zwei Gesellschaften - Nova TV und Diema). Zum Zeitpunkt der Bekanntmachung des Geschäfts in Bulgarien (2008), besaß MTG bereits die Kabelkanäle, die der Gruppe Diema gehörten - Diema, Diema Family, Diema 2 und den Musiksender MM, sowie 80 Prozent des Lifestylemagazins mit der höchsten Auflage in Bulgarien EVA. Diese bildeten 50 Prozent der Balkan Media Group Limited. Die restlichen 50 Prozent gehörten der britischen Gesellschaft Apace Media, die auch Mehrheitsaktionär bei Diema Vision und MM Television war. Im Februar 2007 unterschrieben Apace und MTG einen Partnerschaftsvertrag für die Balkanregion und bildeten die Balkan Media Group Limited. Nach Informationen der Börse in Stockholm, wo mit Aktien der MTG gehandelt wird, beträgt der Preis des Geschäfts 8,5 Millionen Euro.

  • Irena Krusteva - Besitzerin der Neuen Bulgarischen Media Group Holding. In der Zeit von 2002 bis 2005 war Irena Krusteva Vorsitzende der Staatlichen Lotterie. Der Sohn von Krusteva, Delyan Peevski, war in der Regierung von Sergeij Stanischev (2005-2009) stellvertretender Minister für Notfallsituationen. Peevski wurde aus dem Kontingent der Partei Bewegung für Rechte und Freiheiten berufen (DPS). Er wurde bekannt dafür, dass er von Premierminister Stanischev im Mai 2007 wegen Anschuldigungen über Machtmissbrauch von seinem Amt entlassen wurde. Im November 2007 wurde Peevski jedoch vom Premierminister wieder in sein altes Amt berufen. Seit Juli 2009 ist der 29jährige Peevski Abgeordneter in der 41. Volksversammlung in Sofia. Krasteva und Sohn sind Besitzer der Tageszeitungen Monitor, Telegraf, Express, der Wochenzeitung Politika und der lokalen Tageszeitung Borba im Gebiet Veliko Tarnovo, und es wird auch erwartet, dass sie Maritza in Plovdiv kaufen werden. Die meisten dieser Zeitungen wurden von Krasteva im Sommer 2007 gekauft, die Anschaffungen beliefen sich insgesamt auf über zehn Millionen Leva. Es wurde eine Untersuchung über die Herkunft des Kapitals von Krusteva gemacht, die Ergebnisse blieben aber für die Öffentlichkeit verborgen.

  • Investor Media Group
    In 2012 das Fernsehen Bulgaria ON AIR hat die Online-Medien Gruppe Investor.BG gekauft. Dazu gehören die Flagschiffwebseite www.investor.bg, sowie andere Webseiten wie zum Beispiel die Nachrichtenwebseite www.dnes.bg und u.a. die spezialisierten www.automedia.bg und www.puls.bg (Gesundheitsthemen). Innerhalb von der neuen vergrößerten Mediengruppe ist im Oktober 2015 der Fernsehkannal Bloomberg TV Bulgarien gegründet, der in einer engen Partnerschaft mit dem amerikanischen Unternehmen Bloomberg arbeitet, ist aber juristisch Teil der bulgarischen Mediengruppe. In 2017 hat Investor Media Group die Hochschule für Versicherung und Finanzen.

  • Europa TV (das einzige bulgarische Nachrichtenfernsehen sendet seit 2001 Nachrichten 24 Stunden rund um die Uhr)
    Die österreichische Stevia Communications hat 50 Prozent der Anteile an dem bulgarischen Fernsehsender TV Evropa übernommen. Dies gab der bisherige Evropa-Chef Emil Stojanov (Bruder des Ex-Präsidenten Petar Stojanov) bekannt, der am 7. Juni als EU-Abgeordneter aus der GERB-Liste gewählt wurde. Der Vertrag wurde am 16. Juni 2009 in Wien unterzeichnet. Stevia Communications wird von Karl von Habsburg-Lothringen vertreten, der auch Vorstandsvorsitzender des Senders wird. Stojanov bleibt als Aktionär beim Sender. Das in Anif bei Salzburg ansässige Unternehmen soll den Berichten zufolge zu einer Mediengruppe namens Altelys gehören, als deren Eigentümer der österreichische Politiker Karl Habsburg-Lothringen genannt wird.

  • TV Alfa ist der Fernsehkanal der rechtspopulistischen und nationalistischen Partei “Ataka“ von Wolen Siderow, die im dritten Kabinett von Boiko Borissow teil nimmt.

Radio

Zeitungen

Der Zeitungsmarkt in Bulgarien ist überflutet. Die Zahl der Tageszeitungen beträgt 70, deren Jahresauflage ist mit 12,2 Prozent gestiegen (nach Angaben des Nationalen Statistischen Instituts). Im Jahr 2008 wurden 438 Zeitungen gedruckt, mit einer Auflage von 370.789, das sind 48,6 Zeitungen pro Kopf. Es gibt 601 gedruckte Magazine, mit einer Jahresauflage von 13.118.000.

Die WAZ Gruppe in Bulgarien

In den beiden WAZ Tageszeitungen Trud und 24 Stunden konzentrieren sich 35 Prozent der Werbung für den gesamten bulgarischen Zeitungsmarkt.

Trud ist die einflussreichste politische Tageszeitung mit ca. 70.000 bis 90.000 Exemplaren (Wochendurchschnitt). Die Zeitung ist ein Mix aus Boulevard- und seriöser Zeitung (gleichzeitig werden in der Zeitung Bilder von halbnackten Frauen abgedruckt und sehr konservative Meinungen vertreten). Die Zeitung demonstriert eine scheinbar politische Unabhängigkeit, beteiligt sich aber an politischen Kampagnen, abhängig von den Einstellungen des Chefredakteurs Toscho Toschev. Üblich für Trud sind Propaganda-Veröffentlichungen, die gegen bestimmte Politiker gerichtet sind. Die Zeitung betreibt Lobbyarbeit für bestimmte Geschäftsinteressen.
Die Nachmittagszeitung Noschten Trud wurde im Frühjahr 2009 eingestellt. Die Zeitung Wochen Trud hat eine Auflage von ca. 70.000 Exemplaren und liegt damit weit hinter der Auflage der Wochenzeitung Weekend mit 320.000 Exemplaren, die zwar als Boulevardblatt gilt, aber ähnliche Inhalte wie Trud anbietet. 24 Stunden hat eine tägliche Auflage von ca. 60.000 bis 70.000 Exemplaren (Wochendurchschnitt). Die Zeitung schlängelt sich politisch durch und ist in Medienkreisen dafür bekannt, dass viele verborgene PR-Veröffentlichungen abdruckt werden, die eine größere Zahl von Politikern und Geschäftsleuten bedienen. Die Chefredakteurin Venelina Gotscheva passt sich der jeweiligen politischen Situation an und demonstriert gern ihre guten Beziehungen zu Politikern und Geschäftsleuten.

Die WAZ-Gruppe war in Bulgarien seit 1997 aktiv. Nach 13 Jahren trennte sich die WAZ-Gruppe von ihren Medien-Beteiligungen in Bulgarien. „Aufgrund eines attraktiven Preisangebots“ habe man sich entschlossen, die Anteile an die BG Printmedia Ltd. zu verkaufen. Das Unternehmen gehöre mehrheitlich „der seriösen Käufergruppe BG Printinvest GmbH“, die ihren Sitz in Wien hat. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. BG Printmedia Ltd. wurde eigens für die Übernahme der WAZ-Beteiligungen konstituiert. Der Hauptanteilseigner BG Printinvest GmbH gehört Karl Habsburg, Daniel Rutz und Christo Grozev. Eigentümer sind auch Ognajn Donev, der das größte Pharmaunternehmen in Bulgarien besitzt und Lubomir Pavlov. Nach dem Verkauf wurden die Chefredakteure von Trud und 24 Stunden ausgewechselt. Ein Jahr später – Mitte 2012, nach einem Streit zwischen Grozev und Donev, verkauften die neuen Besitzer die beiden Zeitungen. Höchstwahrscheinlich werden auch diese Zeitungen in die Gruppe von Irena Krusteva übergehen.

Medien in der Gruppe von Irena Krusteva

Zeitungen

  • Telegraf - die auflagengrößte und billigste Tageszeitung in Bulgarien, 100.000 bis 110.000 Exemplare
  • Monitor - Tageszeitung, schreibt oft auf politische Bestellung, ca. 6.000 Exemplare
  • Politika - Wochenzeitung, ca. 5.000 Exemplare

(Mitte 2007 erwarb Krusteva die drei Zeitungen gleichzeitig. Der Verkäufer Petjo Blasskov ist der Gründer der Blätter, er ist einer der einflussreichsten Verleger des bulgarischen Übergangs. 1997 verkaufte Blasskov, die von ihm gegründeten Zeitungen 24 Stunden und 168 Stunden an die WAZ.)

  • Borba (Veliko Turnovo) - eine der ältesten und stark autoritären Regionalzeitungen in Bulgarien, ca. 12.000 Exemplare
  • Meridian match - die zweitauflagengrößte Sporttageszeitung in Bulgarien, ca. 20.000 Exemplare
  • Weekend - die auflagenstärkste Wochenzeitung in Bulgarien, über 210.000 Exemplare; die Zeitung wurde 2002 gegründet, als reines Boulevardblatt; 2009 verwandelte sich Weekend in die glaubwürdigste Zeitung für das Massenpublikum in Bulgarien; Anfang Sommer 2009 wurden 50 Prozent der Anteile der Gesellschaft an die Neue bulgarische Medien Gruppe Holding von Irena Krusteva verkauft; aber über den Kauf der restlichen 50 Prozent wird noch mit dem zweiten Besitzer verhandelt

Tageszeitungen

  • Dneven Trud
  • 24 Tschassa
  • Sega (seit 1997)
  • Capital Daily (seit Oktober 2011). Die Tageszeitung ist entstanden, nachdem Economedia (Herausgeber von Capital Weeky und Dnevnik und www.dnevnik.bg) die Zeitung „Pari“ gekauft hat. Durch die Vereinigung von Pari und Dnevnik ist Capital Daily entstanden
  • Standard News (seit 1992)

Wochenzeitungen

  • 168 Tschassa (WAZ Gruppe) Boulevardzeitung mit politischem Tratsch, Auflage ca. 60.000
  • Kapital (Schwerpunkte Wirtschaft und Politik)
  • Banker (seit 1994, Wirtschaftszeitung)
  • Kultura - www.online.bg/kultura/ Zeitung für Kunst und Literatur
  • Weekend

Online-News

Stand: Oktober 2018