Der journalistische Blick auf die Länder der Teilnehmerinnen: Miniaturen aus Medien, Politik und dem Alltag der Journalisten. Die Teilnehmer realisieren im Rahmen des Seminars ein Online-Produkt, in dem sie von ihren Erfahrungen berichten und ihre Erkenntnisse aufarbeiten.
Journalistische Weiterbildung seit 2001
Bereits zum 24. Mal bietet das Mittel- und Osteuropäische Journalistenseminar ein umfangreiches und vielfältiges Informations- und Besuchsprogramm mit Diskussionsrunden, Vorträgen und Redaktionsführungen.
Bisher nahmen fast 300 Journalistinnen aus 24 Ländern am Seminar teil. Heute bilden die ehemaligen Teilnehmer ein weit verzweigtes Netzwerk über viele Länder- und Systemgrenzen Mittel- und Osteuropas hinweg.
Programm und Themen
Wesentliche Eckpunkte des 11-tägigen Programms sind Besuche und Diskussionsrunden bei öffentlich-rechtlichen und privaten Medieninstitutionen. Vertreter aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur erläutern die Bedingungen am Medienstandort Sachsen genauso wie das duale Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars erhalten Einblicke in die Arbeits- und Funktionsweisen aller relevanten Mediengattungen.
Themen
Mediensysteme
Einen Schwerpunkt der Seminararbeiten bilden die Mediensysteme der Herkunftsländer der Teilnehmer. Die Daten zu den jeweiligen Medien und ihren Strukturen werden jährlich aktualisiert und vervollständigt.
Netzwerk
Das Seminar soll die Entwicklung eines Netzwerkes fördern. Fast 300 Journalistinnen und Journalisten haben bereits am Seminar teilgenommen. Das Online-Angebot und die Verknüpfung über Soziale Medien bietet die Möglichkeit für weitere Diskussionen über das Seminar hinaus.
Themenschwerpunkt 2026
Verdachtsjournalismus
Ein Eckpfeiler des Grundrechts auf Pressefreiheit
Verantwortungsvoll mit Freiheiten umzugehen, das gebietet das Presseprivileg in allen freiheitlichen Gesellschaften. Die Verführung, diese Freiheiten über Gebühren zu strapazieren ist groß. Nach den Grundsetzen der EU können Medien sowohl Kulturgut als auch Wirtschaftsgut sein. Das kann dazu führen, dass durch Skandalisierungen der Wirtschaftlichkeit Vorrang eingeräumt wird – vor der sorgfältigen Recherche. Für die Nutzer ist das häufig nicht erkennbar. Besonders schwierig wird das Erkennen der Absichten hinter den Veröffentlichungen, wenn Quellen nicht offengelegt werden. Vermeintlich Spannendes entsteht nicht aus einem Verdachtsmoment, sondern ganz anderen Motiven heraus. Der Aufgabe solchen Fakes auf die Spur zu kommen, widmen sich neben seriösen Medien unter anderem auch NGOS. Gegenüber den Fake News-Findern gibt es häufig Misstrauen, denn ihnen werden eigene Interessen zugeschrieben. In der Folge kommt es nicht selten zu schädigenden Shitstorms.
Wir wollen beim SSM-Seminar 2026 zeigen, wie man mit Fake News und Shitstorms umgehen kann, um das Presserecht auf den Verdachtsjournalismus zu schützen.